Neutrinos mit Überlichtgeschwindigkeit @ CERN

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Neutrinos mit Überlichtgeschwindigkeit @ CERN

Beitrag von raiseer » 23. Sep 2011, 08:58

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Beitrag von Schlomo Gross » 23. Sep 2011, 15:47

Hab`s vorhin gerade in der SZ gelesen. Und bin seitdem am Rechnen...

Der Grund: Meine Entier Theorie liefert eine Höchstgeschwindigkeit, die abhängig von der Art des Teilchens ist. Allerdings konnte ich bisher keine Neutrinos identifizieren. Lediglich das Elektron, das Up und das Down Quark. Bei denen stimmen zwar die Ladungen, aber nicht die Massen (nur deren ungefähre Verhältnisse passen). Bei den beiden Quarks passiert noch zusätzlich etwas seltsames: Wenn ich eines davon simuliere, polarisiert das den umgebenden Raum so stark, dass sofort weitere Teilechen "aufpoppen". Daher kann ich die Höchstgeschwindigkeit bei den Dreien nicht simulieren. Sie müssten übrigens bei den Dreien gleich sein.

Bei einem Teilchen, das möglicherweise dem Photon entspricht, ist die Höchstgeschwindigkeit kleiner als beim Elektron. Grund: Das Elektron ist nur einen Entier groß, das Photon dagegen mehrere (wie im Life Spiel der Monoblock und das R-Pentomino), braucht damit etwas länger um sich auszubreiten (was keine Äquivalenz im Life Spiel hat). Allerdings ist der Effekt sehr klein...

Disclaimer: Die Entier Theorie ist KEINE physikalische Theorie, sondern nur ein mathematisches Modell. Nach dem Grundgedanken: Wie würde sich ein System verhalten, wenn... (in diesem Fall: ... wenn es auf einer Quanten Loop Gravitation mit diskretisierbaren Grundelementen aufgebaut ist, der Raum also auch ein "Teilchen" ist). (Was zumindest schon mal die flache Torusform des Universums produziert.)

Unabhängig davon halte ich die Messung der Neutrinogeschwindigkeit für einen Messfehler.

Schalom,

Schlomo

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Beitrag von raiseer » 23. Sep 2011, 19:59

Irgendwo hatte jemand den Vorschlag gemacht, ob vielleicht das Gravitationsfeld der Erde (Raum/Zeitkrümmung und sowas) Einfluss auf die Neutrinos hat, weil die nicht massefrei sind und dadurch "die Strecke für das Neutrino" kürzer sei und daher die schnelle Geschwindigkeit zu Stande kam.

Ich hab null Plan, daher kann ich nicht beurteilen, ob das eine Möglichkeit oder totaler Unsinn ist.
Was sagst du dazu?
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Beitrag von Schlomo Gross » 23. Sep 2011, 20:16

Das klingt wenig plausibel, da die Gravitation ja die Geometrie für alle Teilchen (auch für Photonen) bestimmt. Im Standartmodell müssten demnach Neutrinos sogar etwas langsamer als Photonen sein (eben wegen ihrer Ruhemasse ungleich 0).

Wenn es kein Messfehler ist, könnte es eher etwas mit Brechung zu tun haben. Für Photonen ist die Lichtgeschwindigkeit bekanntlich abhängig vom Brechungsindex des Mediums, in dem sie sich ausbreiten. Schneller als die Vakuumlichtgeschwindigkeit geht es daher nur, wenn der Brechungsindex negativ wird.

Vielleicht "sehen" die Neutinos einen irgendwie gearteten negativen Brechungsindex (wobei ich mich frage, auf welche Eigenschaft eines Neutrinos der wirken sollte, sie unterliegen ja nicht der elektromagnetischen Wechselwirkung). Hab deshalb gerade mit einem Modell mit einer "Extradimension" gespielt (die aber schon fast makroskopisch sein müsste, auf der Gesamtstrecke ausummiert fast 20 Meter ausmachen müsste, also rund 30 um pro Meter)

Weis auch nicht, was ich davon halten soll.

Schalom,

Schlomo


Edit: Für am Wahrscheinlichsten halte ich es momentan, dass die Neutrinoquelle einfach nur 20 Meter näher am Detektor steht als angenommen. (Grund: Ungenaue Karten, irgendwo falsch abgelesen, den Höhenunterschied falsch eingerechnet (ja, ja, der Cosinus...) oder irgend etwas in der Art. Es kann aber auch ein systematische Fehler beim Uhrenvergleich sein: Wie wird die Zeit gemessen, wenn das Neutrino abgestrahlt wird (oder wie lange dauert es, bis das verursachende ß-Teilchen gemessen wurde)? Ebenso beim Neutrinodetektor: Wie wird hier die Zeit gemessen? Dauert es vom Lichtblitz des Neutrinodetektors bis zur Zeitmessung immer gleich lang? Wie lange dauert es von der Neutrinoreaktion bis der Detektor den Lichtblitz erkennt?

Da stecken jede Menge möglicher Fehlerquellen drin...

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Beitrag von Schlomo Gross » 24. Sep 2011, 15:16

Eine weitere Erklärung wäre eine negative Neutrinomasse.

Ich halt die Wahrscheinlichkeit für einen systematischen Messfehler aber für erheblich größer.

Grund: Als 1987 die Supernova in der Magelanschen Wolke explodierte, 170000 Lichtjahre von hier, konnte man 5 Neutrinos messen, die vermutlich von dort kamen. Zeitgleich mit dem Lichtblitz der Explosion, und nicht 4 Jahre früher...

Schalom,

Schlomo


Edit: Um sicher zu sein, sollte man die Messwerte der Neutrinodetektoren 4,25 Jahre vor der Supernova nochmal genau ansehen...

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Beitrag von Schlomo Gross » 24. Sep 2011, 23:15

Hab eine eMail an die Uni von Tokyo geschickt. Die Antwort auf das Neutrinorätsel könnte in den Kamiokande Daten stecken.

Hier der Inhalt der eMail:
Betreff: SN1987A neutrinos and Gran Sasso OPERA

Hello!

@Webmaster: Please forward this email to a member of the KAMIOKANDE team.


Dear Sir,

My name is B Goepfert from the private research institute IDI in Munich, Germany. I try to identify the error source in the measurement of the speed of neutrinos done by the Gran Sasso team.

As we know from the data of the KAMIOKANDE neutrino detector (and three other detectors) from the supernova SN1987A, the speed of neutrinos is very close to the speed of light in a vacuum. Therefore, the speed measured by the OPERA group probably will be caused by a systematic error.

But to rule out that there are two different types of neutrinos, one traveling close to the speed of light, the other with 1.000025 c, I think the SN1987A data may be useful again:

Those fictional “high speed neutrinos” should have reached the earth 3.97 ± 0.8 years before the light of the supernova. The time interval results from the distance of SN1987A (157.000 ± 16.000 ly) and the neutrino speed measured by the OPERA group (60 ns faster than light on a 2,4 ms range. I estimated a 10% uncertainty for this value).

I know it’s a huge task. But if you have software to scan the KAMIOKANDE data from May 5th 1982 to December 13th 1983 for a neutrino peek similar to the one from SN1987A…

If you can find a peek, you have discovered that there are two different speeds for neutrinos. If you find nothing, you have a strong hint that there is something wrong in the measurement of the OPERA group and the speed of light remains to be a constant absolute value.

Best regards,

B Goepfert
Schalom,

Schlomo

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Beitrag von raiseer » 25. Sep 2011, 09:31

Uh, da bin ich mal gespannt.
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Beitrag von emmes » 1. Okt 2011, 19:08

Und immer noch keine Antwort :?: :?:
Ich lese zur Zeit Ebook .... Das Deltaschiff

http://www.sternenradar.de
letztes Update: 13.01.09

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Beitrag von Schlomo Gross » 15. Okt 2011, 21:06

Die Freaks aus Japan haben nicht geantwortet. Die eMail an die Gand Sasso Leute hab ich noch nicht abgeschickt, ist aber auch nicht mehr nötig.

Denn hier ist die Lösung:

http://dvice.com/archives/2011/10/speedy-neutrino.php

Tja. So einfach wäre es gewesen...

Schalom,

Schlomo, der wieder mal feststellen muss: 2011 ist kein annus mirabilis der Physik, sondern bestenfalls ein annus horribilis...

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Beitrag von Schlomo Gross » 22. Feb 2012, 22:27

Im SF Netzwerk war gerade ein interessanter Link:

http://news.sciencemag.org/scienceinsid ... aster.html

Hier die Diskussion im SF Netzwerk:

http://www.scifinet.org/scifinetboard/t ... t-absolut/

Schalom,

Schlomo
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Uwe und Hajo fehlen mir.

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