Die Ankunft der MaSol - Finale Geschichte.

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kalle
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Die Ankunft der MaSol - Finale Geschichte.

Beitrag von kalle » 27. Okt 2004, 09:24

Hallo.

So, anbei die überarbeitete und fertige Geschichte "Die Ankunft der MaSol".
Von Hajo überprüft und für das Forum freigegeben. :-)

Spoiler: Erst lesbar wenn man mindestens Margun & Sola durchgelesen hat.
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Die Ankunft der MaSol.


Tief unter der Planetenoberfläche, in besonders abgesicherten Bereichen, floss Energie in gewaltige Rechner-Komplexe. Versorgt wurden diese von autarken, fast unzerstörbaren Worgun-Konvertern mit üppiger Standzeit. Das Zentralgehirn des Planeten Golden beobachtete die beiden Transit-Röhren, die still in seinem Orbit standen. Zwei Röhren aus je 10 majestätischen Ring-Schiffen der Worgun. Golden von den Römern getauft, hieß es eigentlich Kotha, was so viel wie 'Rast' bedeutete.
Seine Ortungen fixierten DAS besondere Schiff, während ein Unterprozess das Gehirn verbesserte, dass Terraner den Planeten Golden getauft hatten, keine Römer. Das Zentralgehirn lernte den neuen Begriff, obwohl es noch nicht wusste wie es Terraner und Römer auseinander halten sollte. Vielleicht fand es ja zu späteren Zeiten einen Weg. Zufrieden betrachtete es, wie die Ringschiffe einzeln von den Röhren abkoppelten und zum Tanken an die Multifunktions-Statuen andockten. Verzückt nahmen die akustischen Sensoren das Pfeifen verdrängter Luftmassen in der Atmosphäre war.
Endlich wieder Worgunschiffe die Tanken kamen! Das war der primäre Zweck weswegen die beiden Meister den Planeten hier, mit samt seiner Sonne, in der Mitte des Leerraumes verankert hatten. Vor unendlich langen Zeiten. Nicht für das Zentralgehirn, aber in der Lebensspanne der Salter und Römer gemessen, vor unendlich langen Zeiten.
Wehmut wehte durch die Speicherbänke des Großrechners. Damals, als jeden Tag tausende der stolzen Schiffe kamen, als die Atmosphäre von Kotha ständig von einem Pfeifen erfüllt war, als das Zentralgehirn noch Millionen von Daten zu verarbeiten hatte, als es sich noch nützlich vorkam. Als der Planet noch viel beachteter Brückenkopf zwischen zwei Galaxien war...
Doch dann war innerhalb weniger Tage alles vorbei. Wie abgeschnitten. Nur noch wenige Nachzögler erreichten den Planeten, zum Schluss sogar Röhren die aus defekten und nur noch bedingt funktionsfähigen Schiffen bestanden. Diese Schiffe hätten dringend in eine Werft gemusst, laut Aussagen der Kapitäne fand sich in Nal aber keine Zeit mehr dazu. Rasend schnell wurde Nal evakuiert. Erst blieben die Ringschiffe aus, dann räumten die Besatzungen auf dem Planeten ihre Quartiere. Alle unwichtigen Funktionen, wie die Lebenserhaltung in den Quartieren, wurden runtergefahren. Die wenigen Mannschaften die auf dem vollautomatisierten Planeten stationiert waren passten in einige Ringschiffe. Trotz der Hektik, trotz des dringenden Rückrufs aus der Heimat, betraten die Worgun mit gelassener Würde die Ringschiffe. Sie starteten die Aggregate und verließen den Planeten. Zum letzten mal sah die Ortung majestätisch funkelnde Ringschiffe in der Atmosphäre aufsteigen und den Planeten verlassen. Zum letzten mal wurde die Checkout-Sequenz gesendet.

Und plötzlich herrschte Stille.

Bis dann ein paar Monate später...

Das Gehirn wurde in seiner KI-Denkphase von einem wichtigen Task unterbrochen. Die MaSol fragte an. Das Schiff der Meister. DAS Schiff...
Das durfte kein Unterprozess beantworten; Diese Art von Anfragen musste immer die höchste Instanz erwidern.
Die Frage der MaSol wurde übermittelt.
"Was weisst du über die Worgun-Wissenschaftler Margun und Sola?"
Das Gehirn schlug im Nanosekundenbereich einige Milliarden Datenbankfelder durch.
Welche Anfrage! Es war vermessen zu Antworten "Alles". Alles über die beiden fähigsten aller Worgun zu wissen, konnte wohl niemand von sich behaupten. Aber das zentrale Gehirn wusste eine Menge von Ihnen, schließlich waren die beiden seine Schöpfer.
Zudem war das Gehirn eines der letzten das mit den beiden Kontakt hatte. Es öffnete die dementsprechenden Datentabellen und �erinnerte� sich:


Nachdem es Monate lang ruhig war und keine einzige Transit-Röhre mehr aus Richtung Nal kam, meldete sich per Standard-Prozedur ein Schiff an. Es kam aus Orn. Der Willkommensgruß wurde ausgesandt und das Schiff in die Ortung genommen. Verwundert registrierte das Zentralgehirn das es ein einzelner Xe-Flash war. Äußerst ungewöhnlich, schließlich verbrauchte ein einzelner Flash Unmengen an Energie, um durch den Leerraum zu fliegen. Noch seltsamer war, dass der Flash die Kennung von Margun und Solas Forschungsinstitut ausstrahlte. Die Kennung wurde überprüft, als richtig bestätigt und dem Flash dadurch automatisch alle Rechte der Meister eingeräumt. Dieser gebrauchte die Sonderrechte, flog im Schutz seines Intervalls in einem flachen Winkel durch die Atmosphäre in den Planeten ein, tauchte durch die Erdkruste und flog direkt in die Kommandozentrale des Planeten, um auf seinen Stützen aufzusetzen. Eine Automatik schaltete das schattenlose Licht in der bis dahin dunklen Zentrale an. Die Schleuse des Flashs öffnete sich mit gewohnter präziser Lautlosigkeit und wenige Momente später schritten die beiden Meister Margun und Sola in Gestalt zweier Römer aus dem Flash. Sie traten an die Kontrollen und überprüften die Funktionen. Margun holte einen Speicherkristall aus seiner Tasche. Ohne sich lange aufzuhalten, aktualisierten sie die Software des Gehirns, spielten alle neuen Ereignisse in die Datenbank und verankerten zum Schluss eine ganz besondere Routine im Gehirn. Sie hatten die Routine wegen der akuten Zeitknappheit die sie in letzter Zeit hatten, auf dem Flug im Flash programmiert.
Es hätte eine einfache Routine sein können, deren Bedingung besagte "Sollte die MaSol hier erscheinen, übermittele ihr die folgenden Koordinaten...".
Die Routine war aber um einiges komplizierter. Sollte die MaSol wirklich auftauchen, würde eine Vielzahl von Bedingungen und Filter ausgeführt werden, um dann eventuell die Koordinaten zu übermitteln. Im negativen Fall sollte die Masol fest gehalten und am Weiterflug gehindert werden.
So musste laut Programmierung unter anderem geprüft werden wer die MaSol flog, welche Kennung sie ausstrahlte, in welchem Zustand sie war und wie sich das Zentralgehirn der MaSol verhielt.
Margun schaute von der Konsole auf und blickte Sola zufrieden an. "Fertig", verkündete er.
Sola erwiderte seinen Blick wehmütig. "Wie groß ist die Chance das sich die MaSol hier meldet?" Marguns Blick wich aus und fixierte den matt schimmernden Boden der Zentrale. Beide wussten das die Chance so gering war, dass sie praktisch nicht existierte. "Ich hoffe so lange, wie es Nal gibt", flüsterte Margun mit der Stimme eines heiseren Römers. "Erst wenn Nal von seinem eigenen zentralen Black Hole umgebracht wird, dann höre ich auf...."
Einen Augenblick war es stumm in der geräuschgedämmten Zentrale. Dann räusperte sich Sola "Wir haben so viel Herzblut und Jahre voller Arbeit in dieses Schiff gesteckt..." Er sprach nicht weiter. Kurzzeitig dachten beide daran mit dem Flash in Nal einzufliegen und die MaSol zu vollenden. Beide wussten jedoch das das nicht möglich war.
Sola fasste Margun am Arm. �Wir müssen auf alle Fälle sicherstellen das die MaSol auch den Planeten anfliegt, sollte sie auf dieser Strecke Orn ansteuern!�
Margun machte eine erschreckte Geste und nickte: �Du hast recht! Wir sollten das auf alle Fälle implementieren! Welch Vorstellung! Die MaSol fliegt wenige Lichtjahre an dem Planeten vorbei und findet ihn nicht!�
Er rief noch einmal den Quellcode der mitgebrachten Routine auf, flog kurz über die Objekte und fügte einige Befehle hinzu. Zufrieden betrachtete er sein Werk, dann betätigte er die Speichertaste.
�So�, erblickte auf �sollte die MaSol in die Ortungen des Planeten geraten, wird ein Peilstrahl auf einer verschlüsselten Frequenz gesendet. Diese Frequenz kann nur das Bordgehirn der MaSol empfangen�.
Damit war sichergestellt das die MaSol auf alle Fälle auf den Planeten aufmerksam wurde. Eine gute Idee von Sola. Alle S-Kreuzer besaßen die Koordinaten des Planeten. Die MaSol hingegen hatte diese Informationen nicht. Hielt sie nicht genau auf die Sonne mit dem Planeten zu, raste sie womöglich in nur wenigen Lichtjahren Entfernung an dem Planeten vorbei.
Die hinzugefügte Routine würde das nun verhindern.
So betraten Sie Ihren Xe-Flash, ließen ihn von einer Statue voll tanken, modifizierten deren Sendeanlage auf besondere Weise und verschwanden in Richtung Gardaswolke.
Das waren die letzten Worgun die Kotha betraten. Danach fiel der Planet in Winterschlaf und das zentrale Gehirn schaltete viele der System auf Standby. 100 Jahre später gab es einen kurzen Zwischenfall, als sich ein S-Kreuzer näherte, der sich nicht eindeutig identifizieren konnte. Die Sicherheitsroutinen des Planeten waren klar definiert. Drei kurzfristig aus dem Standby hochgefahrene Multifunktions-Statuen schossen den Kreuzer ohne Gegenwehr ab. Er schlug Kopf über auf der Oberfläche auf. Danach war es wieder ruhig.
Über 900 Jahre.
Bis auf... auf was?... Da war doch noch etwas in den Speicherbänken! Das Zentralgehirn stolperte über einige sorgfältig gelöschte Einträge. Beziehungsweise deren Überreste, wurde aber von einem Dringlichkeits-Task abgelenkt als es versuchte die Daten zu rekonstruieren.


"Was weisst du über die Worgun-Wissenschaftler Margun und Sola?" Über diese Frage war das Gehirn ins Grübeln geraten. DIE Routine war durchlaufen, sie war nicht nur bestätigt, der zentrale Rechner hatte mit dem Gehirn der MaSol sogar seinen Meister gefunden, dem er sich unterordnete. Die Besatzung der MaSol wurde als würdig empfunden, die Koordinaten zu erhalten. Dementsprechend fiel die Antwort an die Masol aus.
"Margun und Sola haben einst diesen Tankplaneten erschaffen. Nach eurer Zeitrechnung, Terraner, liegt Ihr letzter Aufenthalt hier rund 1000 Jahre zurück. Damals hinterließen sie mir einen Koordinatensatz."
Das Zentralgehirn hängte die Daten an die Antwort und übermittelte sie der MaSol. Seine Aufgabe war damit erfüllt. Alles andere lag bei den Sternen.
Als sie Fahrt aufnahmen beobachtete es die beiden Transit-Röhren, bis sie aus seinen Ortungen verschwanden. Vielleicht würde er bald wieder die Ehre haben die MaSol betanken dürfen. Vielleicht, eines Tages, war er wieder der Mittelpunkt zwischen Nal und Orn, mit abertausenden von anfliegenden Raumern jeden Tag. So etwas wie Verzückung lief durch die Schaltkreise der Künstlichen Intelligenz. "Habt euch Wohl, Terraner und MaSol. Kommt bald wieder und bringt jede Menge stolze Schiffe meiner Erbauer mit. Füllt diesen Planeten wieder mit Leben..."
Eines hatte es laut der neuen Programmierung von Margun und Sola noch auszuführen. Draussen, auf der Oberfläche des Planeten, drehte sich majestätisch einer der Goldenen in Richtung Orn. Er hob seinen Arm und streckte den Zeigefinger. In diesem war ein von Margun und Sola installierte Sender, der auf Basis eines exakt geschliffenen Ala-Kristalls arbeitete. Absolut unanmessbar und nicht abhörbar nahm der Sender mit einer irrwitzigen Leistung Kontakt mit einer Erron-Station innerhalb der Gardaswolke auf. Ohne die genauen Koordinaten der Station hätte der stark gebündelte Ruf nie sein Ziel erreicht.
"Hiermit melde ich die Durchreise des Schiffs der Meister."
Fast augenblicklich kam die ungläubige Rückfrage des Erron-Controllos, der in dem Augenblick des Sprucheingangs alle anderen Arbeiten in den Hintergrund gestellt hatte.
"Kotha, bitte Meldung wiederholen und signieren!"


#############################

Wochen später.

Laetus flog den Schweber schneller als normal. Nautas Anruf war Schuld daran. Er wusste nicht wann er zuletzt ein Zittern in Nautas disziplinierter Stimme gehört hatte. Vorhin am Kommunikator hatte er es. Dazu kam noch dieser entzügelte Gesichtsausdruck. Was immer er erfahren hatte, es musste von ungeheurer Wichtigkeit sein.
"Komm bitte sofort vorbei." Mehr hatte er nicht in den Kommunikator geflüstert, aber sein Tonfall und der Gesichtsausdruck veranlassten Laetus, sein aktuelles Experiment zu unterbrechen und sich im Laufschritt (Was sich für einen Römer in seinem Alter eigentlich nicht schickte) zu seinem Schweber zu begeben. Wie ein junger Römer ließ er seinen Schweber viel zu schnell um die letzte Kurve driften und verhinderte nur mit Mühe einen Zusammenstoß mit einem anderen Gleiter.
Hatten die Wimmelwilden etwas angestellt? Vielleicht sogar einen Weg gefunden die Schutzstrahlung innerhalb der Gardaswolke zu umgehen oder zu neutralisieren? Das wäre der unaufhaltsame Tot für Terra Nostra! Diese Schutzstrahlung ermöglichte seit Jahrhunderten ein friedliches Leben auf Terra Nostra. Laetus überlegte weiter. Nein, dass konnte nicht sein. So eine Meldung hätte Nauta schon aus Zeitgründen direkt am Kommunikator gesagt. Ausserdem wäre die Bevölkerung, die sich momentan nur etwas über den viel zu hektischen Akademiepräsidenten Laetus amüsierte, viel Aufgeregter gewesen.
Aber in den Straßen ging alles seinen normalen Gang.
Es musste etwas anderes sein.
Nach einer in seinen Augen viel zu langen Gleiterfahrt erreichte er Nautas Haus. Dieser erwartete Ihn schon ungeduldig in der Haustür, verzichtete eine auf langatmige Begrüßung und winkte ihn hektisch in das Haus. Beide eilten ohne eine Wort durch das stilvoll eingerichtete Haus in den abhörsicheren Raum. Wie von einem Insekt gestochen verriegelte Nauta die Tür und wandte sich seinem Freund zu. Jetzt fiel der gehetzte Blick von seinem Gesicht ab und er grinste ihn an.
"Rate", sagte er kurzatmig.
"Hör auf damit, Nauta! Ich habe mir schon auf dem Weg die wildesten Dinge ausgemalt. So aufgeregt habe ich Dich selten gesehen. WAS IST LOS?" Ernst blicke er seinen Freund an.
Grinsend griff Nauta in seine Toga, holte eine zusammengerollte Folie hervor und hielt sie seinem Freund hin. Laetus übernahm die Folie, rollte sie auseinander und las.
"Hiermit melde ich das das Schiff der Meister die Gardaswolke erreicht hat." Signiert war die Meldung von dem Controllo der Erronstation.
Laetus merkte wie sein Herz einen Sprung machte und anfing zu rasen. Ein elektrisierendes Kribbeln lief durch sein Gesicht. Mit weichen Knien sank er auf einen der im Raum stehenden Stühle.
Von Nauta grinsend beobachtet, las er den einzigen Spruch auf der Folie noch einmal Wort für Wort.
Der Inhalt blieb der Gleiche. "Hiermit melde ich das das Schiff der Meister die Gardaswolke erreicht hat."
Die MaSol!
Nach über 1000 Terra-Jahren tauchte ihr Meisterwerk direkt vor ihrer Nase auf! 1000 Gedanken rasten durch sein sonst kühles, kalkulierendes Gehirn.
Untypisch für einen Worgun stieß Laetus einen Jubelschrei aus. Er ballte die Fäuste und warf beide Arme in die Höhe, um anschließend in Nautas angebotene Hand einzuschlagen.
Lachend schauten sie sich in die Augen.
"Die MaSol!"
"Aber,... wie ist das möglich?"
Nauta schenke zwei Gläser mit römischen Wein ein und gab eines davon Laetus. Nach römischer Sitte prosteten sie sich zu.
"Der Controllo gab die Meldung vor einer halben Stunde durch. Er meinte er wisse es schon länger von dem Tankplaneten, aber er habe es nicht glauben wollen. Ich dachte ich werde verrückt als ich die Meldung gelesen habe. Ich habe sofort eine Bestätigung angefordert. Als auch diese positiv war, habe ich den Controllo mit einem aufwendigen Diagnose-Programm durchgecheckt. Der Test fand keine Fehler. Der Controllo arbeitet einwandfrei, er ist nur ein wenig beleidigt."
Fragend schaute ihn Laetus an.
"Erzähl ich dir gleich", winkte Nauta ab und nahm einen Schluck aus seinem Glas.
"Komm, erzähle schon, Ich werd hier noch Irre. Wer fliegt die MaSol?"
Sein Freund hob die Schultern. Eine der unzähligen Gesten die sie von den Römern übernommen hatten.
"Darüber hat der Controllo wiedersprüchliche Aussagen gemacht. Er meint es könnten Salter oder Römer sein. Die Biostrukte bezeichnen sie allerdings als Verdammte. Alles ein bisschen widersprüchlich. Allerdings scheinen die Burschen äußerst drahtig zu sein."
"Weshalb?"
Nauta sog scharf Luft ein.
"Wir haben den MaSol-Filter auf dem Tankplaneten scheinbar etwas zu aggressiv programmiert."
Laetus schaute ihn fragend an.
"Nun, das Zentralgehirn ist zu dem falschen Schluss gekommen und hat die MaSol festgesetzt."
Hastig schenke sich Laetus den roten Wein nach.
"Was hat es dann umgestimmt?"
Süffisant lächelte Nautus, nahm Laetus die fein gearbeitete Weinflasche aus der Hand und schenkte sich ebenfalls neu ein. Er beugte sich nach vorn und sah Laetus in die Augen.
"Das Bordgehirn der MaSol, dass sich dem Zentralgehirn übrigen als C h e c k m a s t e r", Nautus sprach das Wort mit einem fragenden Gesichtsausdruck und betont langsam aus, "vorgestellt hat, hat ihm klar gemacht das es die höhere Befehlsgewalt hat."
Zwei Sekunden lang war es still, dann stieß Laetus einen hysterischen Lacher aus. Das war in der Tat eine fast nicht zu begreifende Geschichte. Der Tankplanet war eines der letzten großen Projekt von Margun und Sola. Unvorstellbar wehrhaft mit den Statuen und von vollendeter Perfektion. Das Zentralgehirn war ein Großrechner der neusten Generation, schneller und mächtiger als alle vor ihm. Mit einer KI gesegnet wie sie das Worgunreich noch nie gesehen hatte. Er konnte im Nanosekundenbereich fast alles berechnen was es überhaupt zu berechnen gab. Und dieser modernste Worgunrechner des alten Reichs wurde von dem Gehirn eines kleinen Ringschiffes "überfahren".
Laetus strich sich mit der Hand über seine glühenden Wangen und musste erst einmal verarbeiten was er in den letzten Minuten erfahren hatte. Die MaSol war nicht zerstört, im Gegenteil! Jemand hatte sie zu Ende gebaut. jemand, der sie auch fliegen konnte. Und dieser Jemand hatte ihnen nun ihr Schiff zurückgebracht.
"Da scheint uns damals etwas ganz großes gelungen zu sein."
Nauta nickte Stumm. "Es geht noch weiter."
Lachend hieb Laetus auf die Schenkel. Er hatte Spass daran zu hören, wie gut ihre MaSol in der Praxis war. Allein der Gedanke das sie sich gegen den Planetenrechner durchgesetzt hatte, war ein Triumph ihres Könnens.
Er forderte seinen Freund auf weiter zu erzählen.
Nautas Gesicht wurde mit einem mal Ernst. "Die Masol und die Mannschaft haben sich auch mit dem Controllo der Erron-Station angelegt."
Auch Laetus hörte auf zu Lachen, auch sein Gesicht wurde ernst. "Oh je, lass mich raten. Der Controllo hat sich mit Mix-4 Zugang verschafft, die Energieversorgung der MaSol gekappt und die Mannschaft auf Eis gesetzt. Und wir können jetzt alles schön verpackt in der Station abholen?"
Nauta atmete schwer aus und wog seinen Kopf. Er ließ eine gemeine Spannungspause aufkommen bevor er seinem Freund den unvermuteten weitergang der Geschichte erzählte.
"Nicht ganz, alter Freund. Nicht ganz." Geschockt sah ihn Laetus an, fragte schnell "Aber mit der MaSol ist doch nichts passiert?"
Ohne auf die Frage einzugehen erzählte der Angesprochene weiter.
"Natürlich hat der Controllo Mix-4 eingesetzt. Das befiehlt ja seine Programmierung."
"Und dann?"
"Als die Intervallfelder aufgeweicht waren und der Controllo die MaSol entern wollte, baute diese einen anderen, zweiten Schirm auf. Völlig anders strukturiert wie das Intervall aber mindestens Ebenbürtig. Der Controllo hat getobt!"
Sprachlos sah ihn Laetus an.
Man sah förmlich wie er nachgrübelte. Er führte sein Weinglas zum Mund, ohne zu merken das es längst leer war.
"Aber... aber wir haben keinen zweiten Schirm in die Masol gebaut."
"Laetus, ich weiss selbst das wir das nicht getan haben! Die Besatzung muss ihn eingebaut haben."
Laetus schnappt nach Luft. "Das... das ist unmöglich. Ganz zu schweigen davon, dass man zum Einbau von Feldwerfern in die Schiffswandung, Worgunwerkzeuge und vor allen Dingen das hohe fachspezifische Wissen braucht, hätte das Bordgehirn jegliche unautorisierte Zugriffe in die Peripherie unterbunden!"
"Das Bordgehirn", nahm Nauta den Satz auf, "hat sogar mit den 'Unautorisierten' gemeinsame Sache gemacht und hat den Controllo unterworfen, um sich anschließend als Kontrollinstanz der Erronstation anzumelden."
Zu diesem Zeitpunkt konnte Laetus nichts mehr sagen. Er blickt nur noch ungläubig. Zu viele ungeordnete Gedanken jagten durch seinen Kopf.
Was hatten Sie für ein Schiff erschaffen, das scheinbar in einem Handstreich die mächtigsten Instanzen der Worgun unterwarf. Und was war das für eine Besatzung, die die MaSol noch verbesserte. Die bei laufenden Systemen und voller Energieversorgung, einem Controllo den Tril-phent raus riss um ihn phasenverdreht mit der Gan-Basis, ebenfalls bei voller Energie zu verbinden? Wie verwegen war das denn?

Die nächste Zeit konnte spannend werden...

Kaum verließen sie gut gelaunt den abhörsicheren Raum, da schellt schon ein Bote an der Haustür.
"Präsidenten, so eben ist die MaSol, dass Schiff der Meister, auf dem Raumhafen gelandet!"
Seine Stimme überschlug sich vor Aufregung.

Als sie freudig und aufgeregt in dem Gleiter saßen und mit Höchstgeschwindigkeit zum Kapitol flogen, vernahmen sie eine Stimme in Ihrem Bewusstsein. Eine Stimme die eine winzige Nuance von den Stimmen der Standardrechner abwich. Eine Stimme die sie seit 1000 Jahren nicht mehr vernommen hatten, die sie aber sofort wieder erkannten. Eine Stimme die flüsterte: "Meister, ich bin eingetroffen."
"Fern im Weltall ist der Sender meiner Überlichtanlage auf die Erde ausgerichtet. Erlebnisse und Abenteuer durcheilen Raum und Zeit, werden über die Zeitdilatationscomputer zurückdatiert und von dem Mammutempfänger im Kelterverlag in Hamburg empfangen und gleichgerichtet.... "

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Beitrag von noid » 14. Nov 2004, 22:34

Hab den Thread gleich mal mit wichtig markiert, damit die tolle Geschichte von Kalle nicht untergeht :nod:!

Zum alten Thread gehts hier: viewtopic.php?t=369

mfg noid
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Beitrag von Zeto » 15. Nov 2004, 00:00

Hallo Kalle.
Kann deine Geschichte leider noch nicht lesen.
Stehe leserisch kurz vor Orn :( .
Zeto: Der, der aus dem Nichts kommt :new-alien:.

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Erron 3
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Re: Die Ankunft der MaSol - Finale Geschichte.

Beitrag von Erron 3 » 16. Nov 2004, 12:27

kalle hat geschrieben:Hallo.

So, anbei die überarbeitete und fertige Geschichte "Die Ankunft der MaSol".
Von Hajo überprüft und für das Forum freigegeben. :-)

Spoiler: Erst lesbar wenn man mindestens Margun & Sola durchgelesen hat.
"
Wie wäre es diese Geschichte in einem der nächsten Bücher/Sonderbände einfliesen zu lassen?

Gruß Oskar
Extra Bavariam nulla Vita et si est Vita, Non est ita.

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Beitrag von Critters1000 » 24. Jun 2011, 02:19

Leider bin ich noch nicht soweit un es zu lesen.
Frage wie kann man diese Geschichte makieren damit man sie
wiederfindet wenn es soweit ist? :rofl: :vertrag:
MFG
Critters1000
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Die in meinen Beiträgen gefundenen Fehler dürfen alle kostenlos behalten werden!!
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Ich lese gerade:
Ren Dhark Buch 10: Gehetzte Cyborgs
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Beitrag von Ben B. Black » 24. Jun 2011, 18:04

Critters1000 hat geschrieben:Leider bin ich noch nicht soweit un es zu lesen.
Frage wie kann man diese Geschichte makieren damit man sie
wiederfindet wenn es soweit ist? :rofl: :vertrag:
Da der Thread auf "wichtig" steht, bleibt er in der Thread-Übersicht des Foren-Bereichs immer oben. Du musst Du also eigentlich nur merken, dass die Geschichte im Foren-Bereich "DRAKHON ZYKLUS" zu finden ist. Oder aber Du speicherst Dir den folgenden Link in den Bookmarks/Favoriten Deines Web-Browsers: viewtopic.php?p=8181#8181

HTH :mrgreen:

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Beitrag von Critters1000 » 25. Jun 2011, 20:02

Herzlichen Dank!! :hallo:
Ich habe ein Lesezeichen gesetzt.
:rofl:
Danke für die Geschichte :vertrag: :beer:
MFG
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